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Wenn steuerliche Gestaltungen als Gestaltungsmissbrauch bewertet werden

Steu­er­li­che Gestal­tun­gen ver­fol­gen regel­mä­ßig legi­ti­me wirt­schaft­li­che Zie­le. In der Pra­xis kommt es jedoch vor, dass die Finanz­ver­wal­tung eine gewähl­te Struk­tur als Gestal­tungs­miss­brauch im Sin­ne des § 42 AO einordnet.

In sol­chen Situa­tio­nen geht es häu­fig weni­ger um ein­zel­ne steu­er­li­che Nor­men als um die recht­li­che Gesamt­be­wer­tung der zugrun­de lie­gen­den Struk­tur. Die Finanz­ver­wal­tung prüft, ob eine Gestal­tung wirt­schaft­lich nach­voll­zieh­bar ist oder ob sie aus­schließ­lich steu­er­li­che Zwe­cke verfolgt.

Für die Betei­lig­ten bedeu­tet dies häu­fig eine Ver­schie­bung der Dis­kus­si­on:
Die Fra­ge lau­tet dann nicht mehr nur, wel­che steu­er­li­che Vor­schrift anzu­wen­den ist, son­dern ob die gewähl­te Struk­tur recht­lich und wirt­schaft­lich trag­fä­hig ist.

Gera­de in die­ser Pha­se kann eine prä­zi­se recht­li­che Ana­ly­se der Gestal­tung ent­schei­dend sein. Sie ermög­licht es, die wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grün­de einer Struk­tur dar­zu­stel­len, Ent­schei­dungs­pro­zes­se zu erläu­tern und die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen nach­voll­zieh­bar einzuordnen.

Ziel ist dabei nicht eine kon­fron­ta­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung, son­dern eine sach­li­che Klä­rung der zugrun­de lie­gen­den Struk­tur, bevor steu­er­li­che Dis­kus­sio­nen in eine grund­sätz­li­che Bewer­tung der Gestal­tung übergehen.

Sol­che Kon­stel­la­tio­nen ent­ste­hen häu­fig an der Schnitt­stel­le von Steu­er­recht und Gesellschaftsrecht.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu gesell­schafts­recht­li­chen Struk­tu­ren mit steu­er­li­cher Prä­gung fin­den Sie im Bereich Steu­er­lich gepräg­te Gesell­schafts­struk­tu­ren.

In der Pra­xis ent­ste­hen sol­che Dis­kus­sio­nen häu­fig im Rah­men von Betriebs­prü­fun­gen, wenn steu­er­li­che Struk­tu­ren genau­er unter­sucht wer­den. Dazu mehr im Bei­trag „Wenn Betriebs­prü­fun­gen struk­tu­rel­le Fra­gen auf­wer­fen“.

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Autorin: Sabi­ne Unkel­bach-Tomc­zak ist Rechts­an­wäl­tin und Fach­an­wäl­tin für Steu­er­recht. Sie berät zu recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen an der Schnitt­stel­le von Steu­er­recht, Gesell­schafts­recht und inter­na­tio­na­len Sach­ver­hal­ten.
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