Warum steuerliche Überlegungen allein nicht ausreichen
Bei der GrünÂdung eines UnterÂnehÂmens steht häuÂfig die steuÂerÂliÂche OptiÂmieÂrung im VorÂderÂgrund. Die Wahl der RechtsÂform, BeteiÂliÂgungsÂmoÂdelÂle oder ersÂte UmstrukÂtuÂrieÂrunÂgen werÂden maßÂgebÂlich unter steuÂerÂliÂchen GesichtsÂpunkÂten disÂkuÂtiert. DieÂse PerÂspekÂtiÂve ist wichÂtig – sie greift jedoch häuÂfig zu kurz.
GesellÂschaftsÂrechtÂliÂche EntÂscheiÂdunÂgen lasÂsen sich in der PraÂxis selÂten isoÂliert aus steuÂerÂliÂcher Sicht beurÂteiÂlen. SteuÂerÂrecht, GesellÂschaftsÂrecht und HafÂtungsÂfraÂgen greiÂfen ineinÂanÂder. Wird dieÂser ZusamÂmenÂhang nicht von Anfang an berückÂsichÂtigt, entÂsteÂhen StrukÂtuÂren, die steuÂerÂlich zwar sinnÂvoll erscheiÂnen, rechtÂlich jedoch RisiÂken berÂgen oder langÂfrisÂtig nicht tragÂfäÂhig sind.
Die VerÂzahÂnung von steuÂerÂliÂcher PlaÂnung und gesellÂschaftsÂrechtÂliÂcher UmsetÂzung ist im Bereich SteuÂerÂlich geprägÂte GesellÂschaftsÂstrukÂtuÂren näher dargestellt.
Steuerrechtliche Ziele und rechtliche Umsetzung
SteuÂerÂliÂche GestalÂtunÂgen verÂfolÂgen regelÂmäÂßig legiÂtiÂme wirtÂschaftÂliÂche ZieÂle. GleichÂzeiÂtig beweÂgen sie sich stets innerÂhalb eines rechtÂliÂchen RahÂmens. GesellÂschaftsÂrechtÂliÂche VorÂgaÂben, forÂmelÂle AnforÂdeÂrunÂgen und HafÂtungsÂreÂgeÂlunÂgen setÂzen GrenÂzen, die nicht außer Acht gelasÂsen werÂden dürfen.
In der PraÂxis zeigt sich immer wieÂder, dass steuÂerÂlich motiÂvierÂte EntÂscheiÂdunÂgen rechtÂlich nicht vollÂstänÂdig durchÂdacht sind. Die FolÂge könÂnen unwirkÂsaÂme RegeÂlunÂgen, perÂsönÂliÂche HafÂtungsÂriÂsiÂken oder späÂteÂre KorÂrekÂtuÂren sein, die verÂmeidÂbar geweÂsen wären.
Typische Fallkonstellationen
Bereits bei der GrünÂdung oder in früÂhen PhaÂsen begegÂnen mir unter andeÂrem folÂgenÂde Konstellationen:
- Wahl einer RechtsÂform mit steuÂerÂliÂchem Fokus, ohne ausÂreiÂchenÂde gesellÂschaftsÂrechtÂliÂche Prüfung
- BeteiÂliÂgungsÂmoÂdelÂle, bei denen HafÂtungsÂfraÂgen nicht hinÂreiÂchend berückÂsichÂtigt werden
- gesellÂschaftsÂverÂtragÂliÂche RegeÂlunÂgen, die steuÂerÂlich motiÂviert, rechtÂlich jedoch unklar oder lückenÂhaft sind
- ersÂte UmstrukÂtuÂrieÂrunÂgen, bei denen steuÂerÂliÂche EffekÂte im VorÂderÂgrund stehen
In solÂchen FälÂlen zeigt sich, dass eine rein steuÂerÂliÂche BetrachÂtung keiÂne belastÂbaÂre GrundÂlaÂge für langÂfrisÂtiÂge UnterÂnehÂmensÂstrukÂtuÂren darstellt.
Ganzheitliche Betrachtung als Voraussetzung
Eine tragÂfäÂhiÂge UnterÂnehÂmensÂstrukÂtur erforÂdert von Anfang an eine koorÂdiÂnierÂte BetrachÂtung. SteuÂerÂliÂche EffekÂte, gesellÂschaftsÂrechtÂliÂche WirkÂsamÂkeit und wirtÂschaftÂliÂche ZielÂsetÂzunÂgen müsÂsen zusamÂmen gedacht werden.
WarÂum bereits bei der GrünÂdung auch Exit-SzeÂnaÂriÂen mitÂbeÂdacht werÂden sollÂten, erläuÂteÂre ich im BeiÂtrag TrenÂnung mitÂdenÂken – von Anfang an.
Eine ergänÂzenÂde rechtÂliÂche EinÂordÂnung dient dabei nicht dazu, steuÂerÂliÂche ZieÂle zu konÂterÂkaÂrieÂren, sonÂdern sie auf eine rechtÂlich belastÂbaÂre GrundÂlaÂge zu stelÂlen. Je früÂher rechtÂliÂche AspekÂte einÂbeÂzoÂgen werÂden, desÂto gröÂßer ist der GestalÂtungsÂspielÂraum und desÂto gerinÂger das RisiÂko späÂteÂrer Anpassungen.
Autorin: SabiÂne UnkelÂbach-TomcÂzak ist RechtsÂanÂwälÂtin und FachÂanÂwälÂtin für SteuÂerÂrecht. Sie berät zu rechtÂliÂchen FraÂgeÂstelÂlunÂgen an der SchnittÂstelÂle von SteuÂerÂrecht, GesellÂschaftsÂrecht und interÂnaÂtioÂnaÂlen SachÂverÂhalÂten.
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